In den Hochglanz-Imagebroschüren wird von eigenverantwortlichen Mitarbeitern, die hoch motiviert den Unternehmenserfolg ermöglichen geprahlt. Doch wie in jedem Theater ist Gold und Brokat auf den Zuschauerbereich beschränkt, und ein Blick hinter den Vorhang ist ernüchternd, und das was den eigentlichen Stars, nämlich den Mitarbeitern zugemutet wird, allzu oft eine Katastrophe.

Fast ist man versucht zu glauben, dass Datenschutzverletzungen genutzt werden um Managementfehler und Mitarbeiterprobleme zu korrigieren. Da seit Jahren Unternehmen und Manager nur noch nach irgendwelchen Kennzahlen beurteilt werden, und Phantasieprämien aufgrund von Datenmanipulationen in Bilanzen oder am Kurswert gezahlt werden, verwundert es nicht weiter, das das eigentliche Produkt, die Kundenzufriedenheit und nachhaltiger Erfolg keinen Wert mehr haben. Die Kunden werden zu Objekten der Marktforschung, und die Mitarbeiter zu verängstigten Laborratten, die aus Panik funktionieren.

So ist es nicht weiter verwunderlich, das in Unternehmen mit einem Motivationsproblem einfach für jeden Mitarbeiten ein Dossier angelegt wird, und jeder Arztbesuch beim Chef begründet werden muss. Ja und wenn das die anderen ja auch tun, dann kann man doch gleich den Tippfehler eines Buchhalters dazu nutzen alle Mitarbeiter wie Diebe zu überwachen, ohne dass etwas gestohlen wurde. Natürlich passiert das alles heimlich ohne es den Mitarbeitern oder dem Betriebsrat zu sagen, hat man doch gerade eine neue Imagebroschüre in Druck gegeben – und wird man doch einmal erwischt, dann entschuldigt man sich halt dafür, dass man vergessen hat diesen Gesetzesverstoß zu melden, und überwacht fleißig weiter.