Gerade einmal 20 Jahre konnten die Deutschen in den neuen Bundesländern eine freie Gesellschaft ohne Zensur genießen.
Die Deutschen im restlichen Teil der Bundesrepublik und die Österreicher waren da schon glücklicher. Hier in Österreich konnte man seit dem Abzug der Besatzungssoldaten in einer freien Gesellschaft ohne politische Zensur leben. Der Staat sah seine Aufgabe nicht in einer Bevormundung seiner Bürger, für die er, gleich unmündiger Kinder entscheiden musste, was sie lesen, hören oder sehen durften. Jeder einzelne kann für sich selber entscheiden welche Medien und Inhalte er nutzen möchte, oder aber was er sagen oder publizieren möchte.

Es ist noch nicht lange her, das Zeitungen bevor sie erscheinen durften von der Behörde überprüft wurden, ob der Inhalt gefällig ist. Heute trägt jeder für sich die Verantwortung was man veröffentlichen darf oder was man lesen darf. Diese Freiheiten bedeuten keineswegs, das Chaos und Anarchie ausbrechen, denn der Preis dieser Freiheit ist, das Bürger für das was sie taten oder sagten im Zweifel vor Gericht Rechenschaft ablegen müssen.

Offiziell rechtfertigt Pjöngjang das Vorgehen damit, dass der Bestand an wissenschaftlichen und technischen Publikationen erweitert werden solle. Bei einem Gespräch mit deutschen Bundestagsabgeordneten am Mittwoch in der Obersten Volksversammlung betonte die für Kulturbeziehung zuständige Kaderfrau Hong Son Ok, dass man mehr für wissenschaftliche Bücher und Zeitschriften schaffen wolle und politische Schriften deshalb nicht mehr erwünscht seien.

Zensur gegen Goethe-Institut
Von HARALD MAASS, 30.05.07

Wir haben gelernt, dass so eine freie Gesellschaft funktioniert, und Zensur ein Zeichen für Diktatur und Unterdrückung ist. Gerade die Politiker der westlichen Welt forderten und fordern mit erhobenen Finger energisch Presse- und Meinungsfreiheit, und die Abschaffung der Zensur in den unfreien nicht westlichen Ländern.

Doch man höre und staune in Deutschland und Österreich werden immer mehr Politikerstimmen über alle Parteigrenzen laut, die lautstark nach Zensur zum Schutze der unmündigen Bürger rufen.